Kündigung

1) Ruhe bewahren!

Meist trifft es einen aus heiterem Himmel, wenn man die Kündigung bekommt. Ein Verlust des Arbeitsplatzes gefährdet die eigene Existenz, eine Kündigung wird von vielen aber auch als persönliche Kränkung erlebt. Dennoch sollte man einen kühlen Kopf bewahren und folgendes beachten:

2) Notizen machen!

Kündigungen müssen schriftlich erfolgen, und schriftlich bedeutet hier wirklich: auf Papier und unterschrieben. Mündliche Kündigungen sind unwirksam, gleiches gilt für E-Mail, SMS oder WhatsApp. Sie sollten sich notieren, wann und wo Sie das Kündigungsschreiben bekommen haben, ob es persönlich überreicht wurde, ob Sie es im Briefkasten gefunden haben, notieren Sie sich bitte Datum und Uhrzeit. Wenn man Ihnen das Schreiben persönlich übergeben hat, sollte Sie sich notieren, wer es ausgehändigt hat, welche Funktion diese Person im Betrieb hat, und ob er/sie bei der Übergabe irgendetwas zu Ihnen gesagt hat.

3) Muss ich unterschreiben?

Nein! Sie müssen nichts unterschreiben und sollten das auch nicht tun. Sie müssen nicht einmal den Erhalt der Kündigung bestätigen.

4) Weiterarbeiten!

Sie sollten sich nicht verstecken, auch wenn man Ihnen mit der Kündigung zu verstehen gibt, dass man auf Ihre Arbeit keinen besonderen Wert legt. Arbeiten Sie erst mal weiter, so wie immer, es sei denn, man hat Sie ausdrücklich freigestellt und nach Hause geschickt.

Sie sollten nicht spontan krank werden oder sich krank melden, das könnte eine weitere, fristlose Kündigung zur Folge haben. Es kann durchaus sein, dass Ihnen die Kündigung so stark auf den Magen schlägt, dass Sie arbeitsunfähig werden. Das sollten Sie aber nicht an Ort und Stelle verkünden, es empfiehlt sich, zunächst ein Gespräch mit einem Fachanwalt für Arbeitsrecht zu führen, und mit ihm das weitere Vorgehen festzulegen.

5) Keine voreiligen Erklärungen!

Wenn man Sie bei Übergabe des Kündigungsschreiben befragt, sollten Sie sich zurückhalten. Geben Sie möglichst keine Erklärungen ab, bitte versuchen Sie auch nicht, sich zu rechtfertigen, wenn man Ihnen einen Fehler oder mangelnde Leistung vorwirft.

6) Unterlagen zusammenstellen

Wenn Sie sich gegen die Kündigung wehren wollen, sollten Sie als nächstes Ihren Arbeitsvertrag raussuchen, mit allen Änderungsverträgen und Ergänzungen, außerdem sollten Sie die Entgeltabrechnungen der letzten zwölf Monate zusammenstellen.

Sollten bei Ihnen eine Schwerbehinderung durch Bescheid festgestellt worden sein, benötigen Sie den Bescheid, ersatzweise den Schwerbehindertenausweis.

Solltes es noch keine Anerkennung geben, sollten Sie so schnell wie möglich einen Antrag auf Feststellung oder Höherstufung zu stellen, auch wenn Sie bereits eine Kündigung erhalten haben. Es kann sein, dass die Kündigung unwirksam war, und eine zweite Kündigung erfolgt.

7) Erkundigungen im Betrieb

Fragen Sie im Betrieb nach, ob es einen Betriebsrat, Personalrat oder eine sonstige Mitarbeitervertretung gibt. Erkundigen Sie sich nach der aktuellen Gesamtzahl aller Mitarbeiter des Betriebes, und ob auch andere Kollegen eine Kündigung erhalten haben.

8) Kontakt zum Anwalt aufnehmen

Sie sollten möglichst noch am gleichen Tag einen Fachanwalt für Arbeitsrecht kontaktieren. Viele Kündigungen sind schon aus formalen Gründen unwirksam und können deshalb zurückgewiesen werden. Das ist aber nur möglich, wenn die Zurückweisung unverzüglich erfolgt!

9) Rechtsschutzversicherung

Wenn Sie rechtsschutzversichert sind, sollten Sie nicht selbst eine Deckungszusage einholen. Das kann Ihr Anwalt für Sie tun, und das empfiehlt sich auch, weil einige Versicherer sehr schnell zu dem Ergebnis kommen, dass kein Versicherungsfall vorliegt.

10) Frist beachten!

Jede Kündigung gilt nach drei Wochen als wirksam, auch wenn sie völlig unberechtigt war. Damit das nicht passiert, muss von Ihnen innerhalb von drei Wochen nach Erhalt der Kündigung eine Kündigungsschutzklage beim Arbeitsgericht erhoben werden.

Häufig gelingt es, eine Klage zu vermeiden, indem man mit dem Arbeitgeber verhandelt. Solche Verhandlungen benötigen etwas Zeit, und sie führen nur zum Erfolg, wenn der Arbeitnehmer weiterhin die Möglichkeit hätte, Kündigungsschutzklage zu erheben.